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Jugendliche fallen durch Koma-Trinken aufExperten der Landesstelle gegen die Suchtgefahren sind alarmiert von neuen Trends unter Jugendlichen, alle möglichen Drogen zu konsumieren. Dies betreffe alle legalen Suchtmittel wie Alkohol und Zigaretten, aber auch Cannabis und Ecstasy. Zunehmend berichten Kinder- und Jugendpsychiatrien und Einrichtungen der Jugendhilfe, dass jüngere Konsumenten mit exzessiven Konsummustern auftreten. Dabei fällt zurzeit besonders das so genannte Koma-Trinken auf. Dies habe «kulthaften Charakter» angenommen. Jeder Dritte der 14- bis 15- Jährigen kennt den Vollrausch, so ein Sprecher der Landesstelle gegen Suchtgefahren. Sozialminister Friedhelm Repnik (CDU) zeigte sich über die Entwicklung besorgt. «In der Sucht- und Drogenhilfe müssen wir den Blick weiten und den legalen Drogen Alkohol und Nikotin mehr Aufmerksamkeit schenken. Alarmierend ist, dass bereits Kinder mit dem Zigarettenrauchen beginnen und ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol sammeln.» Staat und Suchthilfe-Einrichtungen hätten allerdings nur begrenzten Einfluss auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen, fügte Repnik hinzu. Ein Beispiel für das Problem ist der Landkreis Lörrach. Dort verzeichneten Krankenhäuser und Polizei in den vergangenen zwei Jahren einen sprunghaften Anstieg von Alkoholvergiftungen Jugendlicher nach Alkoholexzessen am Wochenende. Wurden in den Jahren 2000/01 noch 16 Jugendliche «von Alkohol bewusstlos» eingeliefert, seien es im vergangenen Jahr bereits 56 gewesen. «Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung nicht nur auf den Landkreis Lörrach beschränkt», sagte Weiser. Dies solle nun auch eine Pilotstudie beleuchten, die vom Gesundheitsministerium in Berlin auf den Weg gebracht wurde. Weiser machte darauf aufmerksam, dass Alkoholkonsumenten immer jünger werden. «Es gehört immer mehr zum Lifestyle, dass Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren Alkohol konsumieren.» Dies berge große Gefahren: Denn je früher Menschen Kontakt zu Alkohol haben, desto wahrscheinlicher ist eine spätere Abhängigkeit. «Unsere Forderung ist deshalb, verstärkt präventiv an die Problemlage heranzugehen», betonte Weiser. Im Moment müsse ein Jugendlicher bereits abhängig sein, um Hilfe zu bekommen. Nach den Worten der Suchtexpertin haben bereits 92 Prozent der 12- bis 25-Jährigen Erfahrungen mit Alkohol. Besonders gefährdet seien Kinder aus suchtbelasteten Familien: 30 Prozent von ihnen entwickeln selbst eine Abhängigkeitsstörung. Auf Baden-Württemberg bezogen heißt dies, dass 250 000 bis 300 000 Kinder unter 15 Jahren (jedes 7. Kind) betroffen sind. Deutschlandweit seien dies zwischen 1,8 und 2 Millionen Kinder. Quelle: dpa vom 15.05.2003 |
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